Razzia - Bandinfo
Razzia, eine der ersten politischen Hardcorebands Deutschlands, wurden 1979 von den Brüdern Andreas ( Gitarre ) & Peter Siegler ( Drums ) mit Rajas Thiele am Gesang gegründet. Razzia erspielten sich ( neben anderen " neuen " Acts aus dieser Zeit wie Slime und Daily Terror ) in kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf als Liveband. 1983 veröffentlichten sie ihr wohl bekanntestes Album " Tag ohne Schatten ". Dunkel, wütend und und schwermütig, enthält das Album Klassiker wie " Neo Nazi" ," Nacht im Ghetto" oder " Schatten über Gerolshofen" .
Nach dem ´85er Live-Mini Album " Los Islas Limonados " gründeten RAZZIA ihr eigenes Label TRITON und begannen mit dem " zweiten Teil " ihrer Karriere. "Ausflug mit Franziska "wurde 1986 auf Triton veröffentlicht und vermittelte schon zu dieser Zeit ein gewisses " Post-Punk " Gefühl, zwar vom Tempo und Spirit immer noch deutscher Hardcore, aber gerade textlich und musikalisch von einer Reife, die damals und größtenteils bis heute unerreicht ist. Auf dieser Platte kam auch erstmal ein Keyboard zum Einsatz. Songs wie " Slalom d ´la Mort ", "Kaiserwetter" oder " Als Haus wärst du ´ne Hütte " hört man einmal und vergißt sie nie wieder. Vielleicht die beste Punkplatte, die je erschienen ist.
Das folgende Album " Menschen zu Wasser " war eine konsequente Weiterführung der Entwicklung. Eine dunkle, schwere Platte mit noch mehr Sound-Experimenten und vielschichtigen, bedrohlichen Keyboards, mit der sich die Band immer mehr vom klassischen, deutschen Punk der 80er entfernte.
" Spuren " erschien 1991 und ging ( zumindest ) musikalisch wieder einige Schritte zurück, harte Gitarren und schneller HC-Punk zu " razzia-typischen " Lyrics. Kurz darauf verließ Sänger Rajas die Band und RAZZIA zerbrachen. In dieser " Endphase " wurde noch das Album " RAZZIA LIVE " herausgebracht, ein Querschnitt durch alle Bandklassiker.
Mit neuen Musikern und neuem Sänger startete Bandgründer Andreas Siegler RAZZIA um 1994 neu, ein Jahr später erschien das Album " Labyrinth ", ein eher ruhiges & rockiges Album einer Band, die nach einer neuen Identität suchte.
Diese Identität wurde spätestens 1999 mit dem darauffolgenden Album " Augenzeugenberichte " gefunden, ein "klassisches Razzia " Album, auf dem sich die Band wieder als eingespielete Einheit präsentierte und mit wiedererwachtem Interesse von Fans und Kritikern im Rücken, auch erstmals wieder tourte.
Mit der 2003er CD " Relativ sicher am Strand " beweisen Razzia einmal mehr, daß sie mit Sicherheit eine der außergewöhnlichsten deutschen Punkbands sind. Deutschsprachiger, politischer Punk ohne textliche Plattheiten, aber doch immer mit dem Finger tief in den Wunden einer durch und durch kranken Gesellschaft. Razzia waren und sind die Vorreiter einer ganzen Welle von neuen deutschen Punkbands, die sich eine eigene Sprache jenseits von "Scheiß Staat, Scheiß Bullen " Parolen geschaffen haben.








